Schatztruhe
Friedrichshain-Kreuzberg ist ein ganz besonderer Bezirk. Nicht nur für seine Bewohner. Deshalb wird das Leben hier auch von Journalisten beobachtet und analysiert und auch außerhalb Berlins mit Interesse verfolgt.
In unserer Schatztruhe haben wir Beiträge zu Friedrichshain-Kreuzberg gesammelt, die eines ganz sicher zeigen: Der Esprit des Bezirks kommt von seinen Bewohnern - und ganz sicher nicht von seiner spießig-ökologischen Bezirksregierung...
''...ein paar Blockwartdienste zum Wohl der Volksgemeinschaft im Kiez dürfen schon sein.''

Linksgrüne Horrorvision: Dachgeschossausbauten Gustav Seibt schreibt in der Süddeutschen Zeitung über Vandalismus in der Hauptstadt: "Natürlich sind verbürgerlichte Alternative gegen brennende Autos, aber ein paar Blockwartdienste zum Wohl der Volksgemeinschaft im Kiez dürfen schon sein" und bezieht sich auf die unverblümten Denunzierungsaufrufe im Grünen-Wahlprogramm. Ein gar nicht positives Sittengemälde unseres Bezirks...
Lesen Sie: Berlin, du kannst so häßlich sein
Berlin kills me

An der Warschauer In der Jungle World haben sich unterschiedliche Autoren unter der Überschrift "Berlin kills me" über Gentrrifizierung und Gedöns ausgelassen. Auffällig: Hier geht es unter der Überschrift Berlin hauptsächlich um Friedrichshain und Kreuzberg. Ebenso auffällig: Das Thema Touri-Schwemme wird ganz unterschiedlich gesehen. Eine Autorin schreibt: "Die Eltern der jungen Touristen, die es sich in Berlin derzeit gemütlich machen, mussten von Mitte der sechziger bis Ende der achtziger Jahre schließlich auch Unmengen von uns aushalten. Einmal an der portugisischen Küste nackt baden und mit dem VW-Bus durch Italien und Spanien."
Die Metropole als Feind
"Jetzt wollen die Grünen Berlin erobern. Für das prächtige Chaos und die nervöse Härte des Urbanen haben sie aber keinen Sinn", meint Jens Jessen in der ZEIT. Stadtluft mache frei, aber diese Freiheit scheine vielen Deutschen vor allem Angst zu machen, mehr noch: Sie finde entschiedene Gegner in den Städten selbst. Jessen erkennt im grünen Wahlprogramm nicht das heimliche Ideal der Großstadt, sondern die Kleinstadt "mit ihrer gespenstischen Kollektivaufsicht über die geringste individuelle Abweichung."
Lesen Sie Die Metropole als Feind von Jens Jessen in der ZEIT
Bionade-Biedermeier - jetzt auch in Friedrichshain?

Vieles ändert sich, weniges bleibt: Schwarz Sauer in der Kastanienallee Henning Sußebach hat 2009 den Begriff Bionade-Biedermeier geprägt und damit den Lifestyle in Prenzlauer Berg beschrieben. Einige der Entwicklungen dort zeichnen sich auch in Friedrichshain ab. Nicht zuletzt deshalb ist es interessant, den Klassiker aus der "Zeit" zu lesen. Sein Leitsatz "wer nicht ins Raster passt, hat es schwer im Biotop der Schönen und Kreativen" passt auch auf unseren Bezirk: Wer nicht links-grün lebt hat es nämlich nicht leicht in Friedrichshain-Kreuzberg...
Bionade-Biedermeier in der ZEIT
Linke Gewalt in Friedrichshain
Die linke Gewalt in Friedrichshain hat nach den Worten des grünen Bezirksbürgermeisters Franz Schulz etwas mit dem „Tourismus der Rechtsextremen“ in linksdominiertes Territorium zu tun, so der Tagesspiegel. Immerhin gibt er zu, dass es vor allem im östlichen Friedrichshain ein Gewaltproblem gibt. Er nennt das eine „teilräumliche Konzentration“ von Gewaltakten. Vielleicht glaubt er ja wirklich, dass es keine Gewalt mehr in Friedrichshain gibt, wenn die Guerilla endlich die "nazifreie Zone" mit Brandanschlägen durchgesetzt hat.
Das Grollen der Kiezguerilla im Tagesspiegel
Gentrifizierung: Erster Punk akzeptiert auch EC- und Kreditkarte
Die Gentrifizierung macht vor nichts Halt: Jetzt werden auch noch Punks vom um sich greifenden Kapitalismus genötigt, mühsam erschnorrte Kapitalspritzen per Kreditkarte abzurechnen. Ein Skandal, geht doch bei jeder Spende ein Anteil an die faschistischen Großbanken. Wie lange wird es dauern, bis der Bezirk endlich eine gemeinnützige Punk-Bank gründet, um die Geldflüsse an den Konzernen vorbeizuleiten? Mehr im Postillon.
Links-grüne Bigotterie: Der McDonalds-Streit
Friedrichshain-Kreuzberg ist ein Bezirk, der für Toleranz und Vielfalt steht. Grüne und Linke meinen damit allerdings Toleranz gegenüber ihresgleichen und Vielfalt nach Ihrem Geschmack. Mit den politischen Gegnern geht man rabiat um, ein harmloses McDonalds-Restaurant wird zur Zielscheibe einer Politik, die gouvernantenhaft den Kiezbewohnern vorschreiben will, was sie zu essen haben. Wie lächerlich das ist, hat Jan Fleischhauer in seinem Buch "Unter Linken" gezeigt und für SPIEGEL TV in Szene gesetzt:



